Der Google Header hat mich schon am frühen Morgen darauf aufmerksam gemacht: heute ist Weltfrauentag! Ich weiß nicht so recht was ich von diesem Feiertag halten soll, Jahr für Jahr löst er die immergleiche öffentliche Diskussion um eine Frauenquote in der Wirtschaft aus, die ich so langsam nicht mehr hören kann.

In unserer Gegend ist es nicht üblich, den Frauen am Weltfrauentag Blumen oder ähnliches zu schenken, deshalb habe ich mir einfach selbst zwei (nicht ganz so kleine) Kleinigkeiten gegönnt: Stichwort Marni für H&M… Diese Schönheiten sind online in meinen Warenkorb gehüpft:

Hoffentlich sieht das Kleid an mir ähnlich aus...

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich freue mich schon sehr darauf, dieses Paket entgegenzunehmen…

Jetzt möchte ich allerdings zu ernsteren Themen kommen. Vor wenigen Tagen habe ich bei Beautyjagd einen Artikel mit dem Titel „Beauty-Blogs, Feminismus und Nerds“ gelesen, der mich seitdem sehr beschäftigt. Es geht darum, dass man als mode- und beautyinteressierter Mensch immer wieder mit dem Vorwurf der Oberflächlichkeit und sogar der Dummheit konfrontiert wird. Als Blogger verschärft sich das Ganze nur noch, deshalb wissen die meisten meiner Freunde und Bekannten auch gar nichts von diesem Hobby, mal ganz zu schweigen von meinen Arbeitskollegen, von denen ich in der Hinsicht gar kein Verständnis erwarten würde.

Ich finde, dieses Thema passt gut zum Weltfrauentag, weil es um das Ansehen „typisch weiblicher“ Interessen geht. Niemand würde so abfällig über einen technikinteressierten Mann sprechen wie über eine ‚tussige‘ Frau. Feministinnen werfen ‚Tussis‘ wie mir sogar vor, die Frauenbewegung zurückzuwerfen. Eine ehemalige Arbeitskollegin und überzeugte Feministin hat mich einmal direkt gefragt, warum ich solche Komplexe habe und über Klamotten und Schminke die Aufmerksamkeit des anderen Geschlechts auf mich ziehen muss. Ich konnte ihr das nicht klarmachen, aber vielleicht versteht ihr das besser: es geht mir nicht darum, sexy sein und angeflirtet zu werden (zumindest nicht, seit ich vor einem Jahrzehnt 16 geworden bin;), ich bin seit Jahren in einer glücklichen Beziehung und will in der Hinsicht nur meine Ruhe. Es macht mir einfach Spaß, mich modisch auszuprobieren und mich langweilen Jeans und Sneakers. Schönheitsrituale wie Gesichtsmasken, Peelings oder das morgendliche Schminken bringen Ruhephasen in meinen Alltag, ich fühle mich aber nie gezwungen, mich aufzutakeln. Und darin besteht für mich auch Emanzipation: in der Freiheit, sich so kleiden zu können, wie es einem gefällt, und in der Möglichkeit, sich zu schminken, ohne dafür schief angeschaut zu werden.

Entschuldigt bitte diesen extrem textlastigen Blogeintrag, ich musste mir das einfach von der Seele schreiben. Habt ihr ähnliche Erfahrungen gesammelt?

Jetzt wünsche ich euch noch einen schönen Weltfrauentag!

 

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