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Dieser Kölner Tatort beginnt klassisch mit Ermittlern, die sich mit prüfendem Blick über eine im Park gefundene Leiche beugen. So weit so gut. Der Tote spielt aber für die nächsten anderthalb Stunden höchstens eine kleine Nebenrolle. Wie sich herausstellt, ist er gestorben, als er sich in einen Überfall eingemischt hat, bei dem ein junger Mann verschleppt wurde. Deshalb ist das Thema des Tatorts weniger Mord, eher Entführung (daher der Titel, nö?). Als alter Tatorthase konnte ich diesen Fall nicht lösen, ich bin an der guten Story und den vielen falschen Fährten gescheitert. Einige Ablenkungsmanöver sind etwas zu detailliert (das eingeschmissene Fenster…) und auch der sozialkritische Hintergrund (Firmen gehen aus verschiedenen Gründen pleite…) nimmt dem Tatort meiner Meinung nach den Schwung, aber er ist eine solide Arbeit.

Obwohl mir das weitgehend klischeefreie Drehbuch gut gefallen hat, kann ich den Tatort nicht enthusiastisch weitermpfehlen. Im Vergleich zu anderen Tatorten ist die Regiearbeit dann doch gewöhnlich und durchaus klassisch, mich stört nicht die obligatorische Currybudenszene und ICH SCHWÖRE es liegt nicht an meinem gekränkten Sofaermittlerstolz, ich glaube, mein Problem mit Keine Polizei ist der mangelnde Schwung, Humor und das insgesamt gesehen eher gemächliche Tempo. Tragik ist einfach nicht so nach meinem Geschmack. Wer dafür offener ist, sollte sich den Tatort bis zum nächsten Sonntag in der ARD-Mediathek ansehen.

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