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20120120-213254.jpgSelten habe ich mich derart durch einen Krimi quälen müssen… Ich wollte schon seit Jahren etwas von der bekannten Krimiautorin Val McDermid lesen, deren Bücher mir einige Freunde empfohlen hatten. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen, aber sie wurden leider nicht erfüllt.

Hauptfigur des Krimis ist die Psychologin Dr. Fiona Cameron, die mit ihren statistischen Analysen international Serienkiller jagt. Es geht um drei verschiedene polizeiliche Ermittlungen: zunächst läuft der Londoner Vergewaltigungs- und Mordfall ihres Polizistenfreunds Steve völlig falsch und Fiona schwört, nie wieder mit der Met zusammenzuarbeiten. Dann löst sie mal eben im Vorübergehen eine Mordserie in Spanien. Der Fokus liegt allerdings auf einer Reihe brutaler Morde an berühmten Krimiautoren. Ein Serienmörder stellt grausame Szenen aus ihrem jeweils bekanntesten Werk nach und tötet die Schriftsteller genau auf die Weise wie sie ihre fiktiven Opfer. Auch Fionas Lebensgefährte, selbst Autor von Krimis, gerät ins Visier des Killers.

Der letzte Handlungsstrang ist für mich wirklich etwas neues und durchaus spannend geschrieben, leider braucht dieser Roman aber viel zu lange, um Tempo zu gewinnen. Viele Seiten werden mit sperrigen Dialogen, unglaubwürdigen Liebesszenen und Gedankengängen über gekränkte Eitelkeit verschwendet. Mir persönlich ist es besonders wichtig, dass die Charaktere lebensecht wirken, hier haben wir es aber leider meist mit unglaubwürdigen, klischeehaften Figuren zu tun, zumindest werde ich mit ihnen überhaupt nicht warm. Stellenweise hatte ich den Eindruck, dass die Übersetzung das Ganze noch verschlimmert, über so manchen Satz bin ich mehrfach gestolpert. Zur Ehrenrettung dieses Krimis sei noch gesagt, dass er am Ende an Fahrt gewinnt und ich ihn auf den letzten Seiten nicht mehr weglegen konnte. Ich werde Val McDermid also in Zukunft nicht unbedingt meiden, möchte sie aber das nächste Mal im englischen Original lesen.

 

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