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Schade, ich werde den Saarländer Tatort vermissen. Die letzte Folge der Kommissare Kappl (Maximilian Brückner) und Deininger (Gregor Weber) zeigt noch mal eine neue Facette des Saarländer Ermittlerteams und blieb dabei nicht hinter meinen Erwartungen zurück. Diesmal wurde auf private Sorgen und Romanzen verzichtet, dafür war der Fall gruselig und spannend. Er erinnert (wie schon vor wenigen Wochen der enttäuschende Tatort mit Maria Furtwängler) in Teilen an das Schicksal von Natascha Kampusch, denn wieder geht es um entführte junge Mädchen.

Ein abgemagertes, leichenblasses Mädchen scheint auf der Flucht zu sein und wird hinterrücks erstochen. In der Nähe liegt ein weiteres Mädchen, das ebenfalls geisterhaft erscheint und auf nichts reagiert. Beide scheinen über Jahre in einem dunklen Verlies gefangen gehalten worden zu sein, sie tragen merkwürdige Kittel, ihre Haut wurde mit agressiven Putzmitteln bearbeitet und sie sind völlig dehydriert. Die Ermittler sind mit diesem Fall überfordert, die Medien machen Druck unter dem die Kommissare fast zusammenbrechen. Als die Mädchen als Entführungsopfer identifiziert werden, stürzt sich Deininger auf den schon damals verdächtigen Pädophilen Mollet, sucht aber in ihm vergeblich den Schuldigen. Dessen Psychiater erstellt ein anderes Täterprofil, er sucht nach einem überkorrekten, gebildeten Mann. Mehr möchte ich hier nicht verraten, denn man kann sich den Tatort noch bis Sonntag in der ARD Mediathek anschauen.

Die fieberhafte Suche der verzweifelten Kommissare wird immer wieder unterbrochen von Bildern aus dem gruselig sterilen Verlies, in dem sich noch immer ein Opfer befindet. Auch das Verhalten des ins Krankenhaus eingelieferten Mädchens ist sehr befremdlich. Für den Zuschauer ist dieser Tatort ein ziemlich intensives Erlebnis, denn er erkundet Abgründe menschlichen Verhaltens und findet dafür schlichte, eindrucksvolle Bilder, die mit einem Blaufilter und schrillen Tönen unterlegt sind. Er ist spannend, hat stellenweise ein gutes Tempo und hat mich so überzeugt. Ich kann nicht nachvollziehen, weshalb sich der SR nach nur 7 Fällen von Brückner und Weber trennt, meiner Meinung nach hatten die beiden eine gute Dynamik und durchaus noch Potential.

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