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In diesem Münchner Tatort tauchen die Kommissare Batic und Leitmayr in die Welt des Judentums ein. Die Anfangseinstellung zeigt das Begräbnis einer jungen Frau, Leah Berger. Ihr Vater Rafael ist über deren Selbstmord aufgebracht, beschuldigt ihren Rabbi Grünberg und wird schon wenig später selbst ermordet in der Synagoge aufgefunden. Neben seinen Leichnam ist in Blut das Wort „Moser“ geschrieben. Es verweist auf das jüdische Gesetz „Din Moser“, demgemäß ein Jude, der im Begriff ist einen anderen Juden zu verraten, getötet werden darf.

Das sorgt in der Synagoge für Aufruhr. Aaron, Rabbi Grünbergs leicht behinderter Schützling, droht mit Selbstmord, weil die Routine durch die Morduntersuchung unterbrochen wird. Schnell findet sich aber in Jonathan Fränkel ein Verdächtiger. Leah hatte seine Familie mietfrei wohnen lassen, ihr Vater verlangte nach ihrem Tod die ausstehenden Mietzahlungen und erwirkte eine Räumungsklage. Eine weitere Spur ergibt der Obduktionsbericht, demnach Leah zum Zeitpunkt ihres Todes schwanger war. Bergers Partner Grossman hatte ein Verhältnis mit ihr. Mehr möchte ich nicht verraten, schließlich macht es ja keinen Spaß Tatort zu gucken ohne zu grübeln wer denn nun der Mörder ist.

Parallel findet im Kommissariat die Wahl zum „Polizist des Jahres“ statt. Die beiden Mordkommissare haben gute Chancen, stehen sich aber selbst im Weg. Diese Storyline soll den Tatort wohl etwas auflockern, wird aber so klein gehalten, dass es nicht gelingt.

Üblicherweise zeichnet die Münchner Tatorte viel Schwung und eine Prise Humor aus. In diesem Fall wirkt die wenige Komik beinahe unglaubwürdig im Zusammenhang mit der melancholischen Grundstimmung. Für mich war das größte Problem, dass den religiösen Moralapostelfiguren so viel Sprechzeit eingeräumt wurde. Dieser Tatort konnte mich jedenfalls nicht mitreißen, um nicht zu sagen, ich fand ihn grottenlangweilig.

In der Mediathek kann man sich den Tatort übrigens noch eine Woche nach der Ausstrahlung ansehen.

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